Feline Hyperthyreose

Die feline Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) ist eine Störung des Hormonsystems bei Hauskatzen, die durch eine Überfunktion der Schilddrüse gekennzeichnet ist. Sie ist die häufigste hormonelle Störung bei Katzen, die älter als 10 Jahre sind und tritt eher selten bei anderen Haustieren auf. Die Erkrankung äußert sich häufig durch einen Gewichtsverlust trotz erhöhter Nahrungsaufnahme, wird in der Regel anhand von Blutuntersuchungen nachgewiesen und ist gut behandelbar.

Die Erkrankung ist praktisch ausschließlich auf gutartige Tumoren, sogenannte autonome Adenome, zurückzuführen. Schilddrüsenkrebs kann in seltenen Fällen ebenfalls eine Hyperthyreose auslösen, ist bei Katzen aber sehr selten (weniger als 5 % der Schilddrüsenerkrankungen). Infolge der Adenome (oder selten Karzinome) kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung des Schilddrüsenhormons Thyroxin. Die Ausschüttung dieser Hormone ist bei erkrankten Katzen unabhängig vom die Schilddrüse normalerweise regulierenden Thyreotropin (TSH). Was diese Adenome auslöst, ist bislang ungeklärt. Einen Einfluss könnten Ernährung und Umwelteinflüsse, aber auch genetische Faktoren haben.

Das klinische Bild ist sehr variabel und hängt auch vom Ausmaß der Überfunktion ab. Das häufigste Anzeichen ist eine Gewichtsabnahme, die bei 88% der hyperthyreoten Katzen auftritt. Weitere Anzeichen mit einer Häufigkeit von etwa 50% sind eine tastbare Vergrößerung der Schilddrüse (die gesunde Schilddrüse ist bei der Katze nicht tastbar), Herzrasen und Herzgeräusche sowie eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Das Überangebot an Schilddrüsenhormonen kann das klinische Bild einer hypertrophen (häufiger) oder dilatativen Herzmuskelerkrankung (selten) hervorrufen. Das Krankheitsbild wird auch als thyreotoxische Kardiomyopathie bezeichnet. Die hypertrophe Form ist nach erfolgreicher Therapie der Hyperthyreose häufig reversibel. Weitere Symptome, die gelegentlich bei einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, sind ein vermehrtes Stuhlvolumen, Erbrechen, vermehrter Durst und vermehrtes Urinieren, eine erhöhte Aktivität, Verhaltensänderungen, verminderte Futteraufnahme, Atemnot und Hautveränderungen (struppiges Fell, Haarausfall, vermehrtes Wachstum der Krallen).

Liegt neben der Hyperthyreose eine Nierenfunktionsstörung vor, kann diese gewissermaßen maskiert sein, da Thyroxin Stoffwechsel und Herzleistung erhöht und somit die Durchblutung der Nieren verbessert. Paradoxerweise kann daher nach Behandlung der Hyperthyreose die Niereninsuffizienz klinisch manifest werden.

Die Diagnose kann sicher nur durch Hormonbestimmungen (Bestimmung der Thyroxin-Konzentration im Blut)  oder Szintigrafie gestellt werden.  

Derzeit existieren drei Therapiemöglichkeiten zur Behandlung der Hyperthyreose bei Katzen: der Einsatz von Thyreostatika (i. d. R. in Form von Tabletten, welche täglich und dauerhaft gegeben werden müssen), die chirurgische Entfernung des erkrankten Schilddrüsengewebes und die Radioiodtherapie. Egal welches dieser Verfahren angewendet wird, ist zumeist eine anschließende Behandlung der Begleit- und Folgeerkrankungen (Nierenschädigung, Bluthochdruck, Herzerkrankung) notwendig.

 

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