Chinaseuche (RHD)

Die Chinaseuche ist eine hämorrhagische Viruserkrankung, die nur Kaninchen befällt. Jungtiere bis zu einem Monat erkranken nicht, können aber den Erreger vermehren. Der Großteil der erkrankten Tiere ist älter als 3 Monate. Die Krankheit verläuft meist tödlich. 

Der Krankheitserreger ist ein Calicivirus. Es ist im Blut, im Knochenmark, in allen Organen und in sämtlichen Ausscheidungen nachweisbar. Somit kann die Infektion über direkten Kontakt und auch indirekt über Stechinsekten und Fliegen erfolgen. Auch eine indirekte Übertragung über mit dem Virus behafteten Gegenständen (Futter, Kleidung, Käfiginventar) ist möglich. Das Virus bleibt in der Umwelt bei Zimmertemperatur über drei Monate ansteckend, bei niedrigen Umgebungstemperaturen siebeneinhalb Monate.

Ein wesentliches Merkmal der Erkrankung ist eine hochgradige Störung der Blutgerinnung, die zu punktförmigen Blutungen in allen Geweben führt. Daneben tritt eine Leberentzündung mit Gewebsuntergang sowie Fibrosen und Verkalkungen der Leberzellen auf. 

Typisch für den klinischen Verlauf sind neben den petechialen Blutungen auch zentralnervöse Symptome, die sich vor allem in Krämpfen äußern. Im Endstadium ist ein Überstrecken des Kopfes zum Rücken hin recht typisch. Innerhalb von 12 bis 48 Stunden kommt es in der Regel zum Tod des Tieres. Die Bekämpfung der Krankheit geschieht am effektivsten durch eine jährliche Impfung.

 

« Cheyletiellose     Cornea nigra (Hornhautsequester, Hornhautnekrose) »